Gladiator. Königreich der Himmel. Troja. Alles tolle Historienfilme mit tollen Schauspielern, und trotzdem ist keiner so gut, so atmosphärisch und vor allem so authentisch wie Der Mongole.
Ein Film, der Dschingis Khan mal aus einer anderen Perspektive beleuchtet, ihn mal nicht als den brutalen Massenmörder darstellt. Der Film behandelt einigermaßen chronologisch die Jugendzeit des Dschingis Khan, eigentlich Temudgin (Tadanobu Asano), bis zur Ernennung zum Großkhan aller Mongolen, dem Dschingis Khan.
Die mongolische Steppe im Jahre 1171. Die Mongolen sind ein nomadisches Volk, aufgeteilt in unzählige in einem zerbrechlichen Waffenstillstand lebende Stämme. Temudgin ist 9 Jahre alt. Er führt eine bislang sorglose Kindheit und ist nun auf dem Weg, sich eine Frau zu wählen.
Nachdem sein Vater auf dem Rückweg von einem verfeindeten Stamm vergiftet wurde, ist seine Kindheit geprägt von Flucht und Gefangenschaft, ständig muss er mit seiner Familie fliehen, wird wieder gefangen und aufs tiefste gedemütigt. Auf einer Flucht schließt er Blutbruderschaft mit Dzhamukha, dem Sohn des Khans eines anderen mongolischen Clans. So lebt er mit seiner Mutter und seinen Geschwistern in Armut, und wird aufgrund seiner aristokratischen Herkunft (Sein Urgroßvater war der lgendäre Kabul Khan, der 1130-1150 die mongolischen Stämme schon einmal vorübergehend vereint hatte) dennoch gejagt.
Es ist schon früh deutlich, dass er kein typischer Mongole ist. So greift er die Merkiten an, „nur“ weil die seine Frau entführt haben. In Folge dessen kommt es zum Streit zwischen Dzamukha, der inzwischen ein großer Khan ist, und Temudgin, als zwei von Dzhamukhas Männern sich Temudgin anschließen.
Schließlich wird er von seinem Bruder aufgespürt, gefangen und in die Sklaverei des Königreichs Tangut verkauft. Dort fristet er sein Dasein als Gefanger in einer Zelle, bis ihn schließlich nach Jahren der Gefangenschaft seine Frau Borte befreit.
Zurück in der Mongolei macht sich Temudgin recht bald auf die Reise, die Mongolen zu vereinen. Er sammelt Krieger unter sich und es kommt zur entscheidenden Schlacht zwischen Temudgins Armee und der seines ehemaligen Blutsbruders Dzhamukha …
Der Film überzeugt vor allem durch seine Authentizität. Die Schauspieler sind allesamt toll gewählt und zeigen auch ein gutes Spiel. Dazu kommen noch die atemberaubenden Landschaften und die tollen Kostüme. Noch nicht überzeugt? Der Erzählstil erzeugt eine Atmosphäre, die den Film, anders als die bekannten Hollywood-Historienfilme, nicht langweilig werden lässt. Besonders die außergewöhnliche Perspektive auf Dschingis Khan, den ich zumindest vorher noch nie so gesehen habe, ist interessant. Nicht als Massenmörder wird er dargestellt, sondern als großzügiger und toleranter Anführer, der zwar hart in der Schlacht war, aber Familie und Loyalität so sehr respektierte wie wohl noch kein Mongole vor ihm. So war er auch wirklich – er brachte zum Beispiel öfters Kinder aus unterworfenen Stämmen mit nach Hause, die er dann adoptierte. Sie wuchsen gleichberechtigt zu seinen sonstigen Kindern auf. Auch hatte er stets ein offenes Ohr für andere Religionen und Gesellschaftsformen, und integrierte diese in sein Reich. So lernt man die Person kennen, die den Anfang bildete für das bis dato größte Weltreich der Menschheitsgeschichte, das sich auf seinem Höhepunkt, 50 Jahre nach dem Tod Temudgins, über fast 30 Millionen Quadratkilometer erstreckte.
Der Mongole hält sich ziemlich getreu an die historischen Ereignisse, soweit sie bekannt sind. Dzamukha gab es wirklich so wie im Film dargestellt, ebenso stimmen die Namen der anderen Nebenpersonen. Dazu kommt, dass der Film nicht durch lange Schlachtszenen künstlich in die Länge gezogen wird.
Fazit: Ein Historienfilm der Extraklasse, ganz großes Kino. Nicht umsonst war er im Frühjahr für den Oscar als bester ausländischer Film nominiert. Wer nicht gerade Monumentalfilme verabscheut, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen.
Nächste Woche: Tragikkomödie.
Hat mir auch ganz gut gefallen. Vllt auch daurch spannender als andere Historienfilme, dass man die Geschichte nicht aus dem Unterricht kennt und dir Kultur ganz anders ist, als die uns vertraute.
Der Film hatte allerdings mal abgesehen von dem historischen Aspekt noch was mystisches an sich…
Hm vielleicht hätte ich doch mitgehen sollen.
Der Film klingt sehr interessant und sehenswert. Ich werde mich wohl selbst davon überzeugen müssen, ob er wirklich besser als der brilliante ‘Gladiator’ ist.^^
Naja, er ist halt anders als Gladiator. Meiner Meinung nach aber auch besser.
Muss ich wohl nochmal ins Kino um ihn mir anzusehen. Der Trailer war ja schon nicht schlecht…Schade das ich außer Landes war (Wobei Dänemark geil war!).
Ich werde mir den Film diesen Dienstag anschauen – und bin sehr gespannt auf das was mich da erwarten wird! Für die Mongolei interessiere ich mich schon seit längerem, weshalb ich umso mehr gespannt auf den Film bin!
Vielleicht trifft man sich ja sogar im kino.
So ich habe den Film jetzt auch gesehen und ich finde ich ebenfals ziemlich gut. Ich würde ihn alerdings nicht direkt mit Gladiator vergleichen, ich finde die beiden Filme ziemlich unterschiedlich. Bei Gladiator gibt es mehr Kämpfe und diese charakterisieren den Film sehr stark mit. In „Der Mongole“ spielt die Familie und die Liebe eine große Rolle – was man vo Gladiator nciht behaupten kann.
An sich glaube ich, dass der Film auf Mongolisch oder Englisch besser rüber komtm als im Deutschen. Manchmal fand ich die Dialoge ein wenig zu spartanisch, was sich irgendwie komisch anhörte („Ich werde es tun! – Das machen wir! – Looooos!“).
Was die blutigen Schlachten betrifft: Ich fand gerade im Vergleich zu anderen Filmen (Braveheart Special Edition, Troja Directors Cut, Gladiator, Kingdom of Heaven etc.) ist „Der Mongole“ wesentlich unblutiger. Gerade das die Kampfszenen nicht so viel Spielzeit in Anspruch nehmen, finde ich hier sehr gut.
„Der Mongole“ ist für mich aus mehreren Gründen ein guter Film: Zum einen die beeindruckenden Landschaftsaufnahmen, die dem Zuschauer mit beeindruckenden Bildern die natürliche Schönheit der Mongolei deutlich machen. Des Weiteren fand ich die familiäre Entwicklung, die Börte und Temudjiin durchmachen sehr interessant und filmisch sehr gut umgesetzt. Klasse! Die schauspielerischen Leistungen der Hauptprotagonisten Tadanobu Asano als Temudjin und Khulan Chuluun als Börte fand ich ebenfalls sehr beeindruckend- Klasse! Die mystische Komponente, die dem Film inne ist, war sehr stilvoll und passte gut in die Geschichte, machte aber leider auch manchmal den Eindruck als wolle man damit Lücken in der Geschichte erklären.
Das großartigste an dem Film ist wie ich finde aber das Genre und die Thematik an sich: Endlich mal was Neues! Den ganzen Film über spielten die Sitten der Mongolen eine ausserordentlich wichtige Rolle und man lernte sie so auch näher kennen. Toll!
„Der Mongole“ ist für mich einer dieser Filme, bei denen ich sehr gespannt auf eine Directors Cut Edition bin, da in einigen Szenen durchaus der Eindruck entstand, dass hier irgendetwas fehlt.
Großartiger Film, ich habe es genossen ihn mir anzusehen! Ich freue mich schon auf die Fortsetzung, die für 2010 angekündigt wurde!