Bevor ich mit der Kritik anfange, erstmal eine kleine Anekdote, was sich vor dem Film abgespielt hat. Wir waren alle ein wenig spät dran, kamen so gegen 22:15 am Kino an (Filmstart 22:45). Wir mussten recht lange anstehen, und als wir kurz vor der Kasse waren, waren nur noch 72 Plätze frei. Dann nur noch 12, und als wir dran waren gar keine mehr. Enttäuscht beratschlagten wir, was wir stattdessen tun sollten. Zwei von uns gingen dann nach Hause, wir warteten weiter. Und kurz nach Beginn der Vorstellung, so um 22:50, waren auf einmal wieder 7 Plätze frei. Wir zu einem Schalter gesprintet der gerade zumachen wollte, schnell noch 3 Karten organisiert, und sogar gute Plätze bekommen. So knapp noch rein gekommen, das hatten wir in unserer kompletten Sneak-Zeit noch nicht. Danke an denjenigen, der so spät noch Karten zurückgegeben hat.
Wie dem auch sei, wir uns also voll gefreut weil noch rein gekommen und so, und was kam? Narnia 2. Toll, Disney. „Na ja“, denk ich mir. „Vielleicht ja ganz nett“. Ich hatte zwar den ersten Teil nicht gesehen, aber was soll’s.
Der Film handelt von vier Geschwistern die aus dem London des zweiten Weltkriegs nach Narnia kommen (zum zweiten Mal). Dort merken sie, dass nach einem Jahr in der wirklichen Welt 1300 Jahre in Narnia vergangen sind. Das Land hat sich sehr verändert, ist düsterer geworden. Die bösen Telmarer regieren in Narnia und die Narnianen (Fabelwesen wie Zentauren, Zwerge, Minotauren) sind fast ausgerottet. Prinz Kaspian wird vom fiesen Lord Miraz verfolgt, der den Thron besteigen könnte, falls Kaspian als letzter in der Königsfamilie der Telmarer stirbt. Unsere vier Heldinnen und Helden, die in Narnia nur noch als Könige der Alten Zeit bekannt sind, helfen Kaspian, die Telmarer zu besiegen.
Es ist recht deutlich, dass der Film doch auf eine junge Zielgruppe zielt. Phil beschrieb es als „Der Herr der Ringe auf Disney“, und das passt auch ganz gut. Schließlich waren der Autor C. S. Lewis und J. R. R. Tolkien Freunde und hatten Briefkontakt. Während Tolkien am Herrn der Ringe schrieb, schrieb Lewis Narnia, und das war auch als Kinderbuch konzipiert. Wie genau die Filme sich nun an den Büchern orientieren, weiß ich allerdings nicht.
Große Schauspielerische Leistungen sind also nicht zu erwarten, und auch die sonstige Technik ist nicht das was man als großes Kino beschreiben könnte. Die Kämpfe sind lahm, gelegentlich setzt man ohne Sinn und Verstand Slow-Motion ein, die die Kämpfe noch mal langsamer macht als sie ohnehin schon sind, und dazu kommen noch logische Fehler. Es gibt Feuerwerk aber keine Feuerwaffen, und die Katapulte schießen ununterbrochen ohne dass jemand sie bedienen müsste. Und dazu noch die Portion Schmalz, die der Name Disney wohl mit sich bringt … wenn der etwa sechzehnjährige Held sagt „Ich bin Hochkönig Peter (englisch ausgesprochen) – der Prächtige“, dann treibt einem das schon die Tränen in die Augen – vor Lachen.
Warum man so einen Film in der Sneak zeigt, in der nur über achtzehnjährige sitzen, ist mir unbegreiflich. Entsprechend reagierte auch das Publikum – mit Lachen an den eigentlich dramatischen Stellen, die aber für Erwachsene eben albern erscheinen. Disney ist einfach zu kitschig.
Fazit: Für Kinder sicherlich gut, oder für eingefleischte Narnia-Fans (falls es so was gibt), die wissen wollen, wie die Bücher umgesetzt sind. Für den Rest gilt: Kann man sich schenken!
Das sehe ich ähnlich. Die Story an sich war von den grundzügen ganz gut. Interessant wäre noch, wie sich der Film am Buch orientiert und wie weit Disney da seine Kitsch-Finger im Spiel hatte.
Aber: Wir waren in der Sneak!
Knappe Sache war das…
Aber um mal ein paar positive Seiten des Films hervorzuheben:
Für Disney teilweise schon sehr ordentlich. Ich meine die Kämpfe waren, naja, etwas langsam und längst nicht so monumental wie der Herr der Ringe, aber für Disney-Verhältnisse schon recht „brutal“ (wenn das Wort überhaupt angemessen ist).
Story kann ich nichts zu sagen in wie weit das Disney oder doch der gute Herr Autor war.
Einige der Gags waren auch nicht schlecht, vor allem der mit der Katze.
Trotzdem wirkt es wie eine bunte Disneyversion von Herr der Ringe für Kinder. Mehr nicht, aber für Kinder ganz ordentlich. Nur ‘leider’ lag der Altersdurchschnitt im Saal bei ca. 22 aufwärts…