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Hellboy II – The Golden Army

So, das wäre dann erstmal die letzte Rezension einer Sneak. Da ich ja Sonntag ausziehe (hooray!), und es in Clausthal-Zellerfeld leider keine Sneak (immerhin ein Kino – mit einem Saal) gibt, hat sich das mit der Sneak leider erstmal erledigt (*schluchz*). Zweieinhalb Jahre waren wir nun ziemlich regelmäßig in der Sneak. Das heißt natürlich nicht dass ich komplett aufhören werde was zu schreiben, aber es werden nunmal keine Sneaks mehr sein, auch wenn wir versuchen werden zum Sneakmarathon wieder in Münster zu sein.

Als Abschluss nun also der zweite Teil von Guillermo del Toros Fantasyspektakel Hellboy.

Zur Story: Ach, unwichtig. Irgendwas mit einem Elfenprinzen der die Menschheit mithilfe der goldenen Armee vernichten will, die er mit einer Krone steuern kann, die er aber erst zusammen bauen muss. Das geht natürlich so nicht und die Jungs und Mädels vom Bureau for Paranormal Research and Defense versuchen ihn aufzuhalten. Wird es ihnen gelingen (*hust*)?

Der Film an sich spaltet das Publikum vermutlich ein wenig. Guillermo del Toros Kreaturen hasst man entweder oder man liebt sie. Abgedrehte Kostüme, immer verrücktere Charaktere und teilweise auch schöne stereotypen, diese dann aber überzogen und teilweise neu definiert/kombiniert. So entsteht eine bunte Fantasiewelt, die in sich gar nicht unbedingt schlüssig sein muss oder gar will, aber einen dennoch irgendwie in ihren Bann zieht. Naja, oder man hasst sie halt. Ich persönlich mag seinen Stil, so ist schon Pan’s Labyrinth eindeutig einer meiner Lieblingsfilme.

Dazu kommt dann noch del Toros filmisches Talent, solide Kamerafahrten, passend zur bunten Fantasiewelt und die wie ich finde perfekte Besetzung der Rollen. Die Schauspieler passen einfach. Außerdem nimmt sich der Film sowieso nicht so wirklich ernst, viele coole Sprüche deuten schon darauf hin, und teilweise wird es richtiggehend trashig, wobei trashig hier durchaus positiv gemeint ist.

Fazit: Buntes Spektakel, wer Guillermo del Toros Stil mag, dürfte auch diesen Film mögen. Es ist nicht so ein Meisterwerk wie Pan’s Labyrinth, aber dennoch ein netter Zeitvertreib. Wer del Toros Stil nicht mag, der spare sich diesen Film.

Young @ Heart

So, dann schreib ich auch mal wieder was … letzte Woche hab ichs irgendwie … vergessen. Zu Wall-E nur soviel: Typisch Disney, kitschig, Moral mit dem Vorschlaghammer, nette Idee einer Zukunftsvision, dafür aber so haarsträubend unlogisch, dass es wehtut (Ja ich weiß, so Filme müssen nicht logisch sein, aber wenn Leute in einem Raumschiff zur Seite rutschen weil es mitten im Weltall kippt … ).

Nun also der dieswöchige Film, Young @ Heart!

Es ist ein Dokumentarfilm eines britischen Regisseurs, der in Amerika einen Seniorenchor über sechs Wochen begleitet. Dieser Seniorenchor ist allerdings alles andere als normal. Die im Durchschnitt Achtzigjährigen singen hauptsächlich moderne Stücke, Rock- und Punklieder insbesondere. Diese sucht Chorleiter Bob Cilman aus, selbst über 50 Jahre alt. Der Chor wurde 1982 gegründet, und war selbst überrascht über seinen Erfolg. Nicht nur in Amerika selbst sondern auch in ganz Europa treten die Senioren auf, und sind dabei mit so viel Spaß bei der Sache, dass allein das Zuschauen Spaß macht, auch wenn die Gesangsqualität eher … mäßig ist.

Der Film ist – wie ein Dokumentarfilm nunmal so ist – eine Mischung aus Interviews, Ausschnitten aus Chorproben, Auftritten und in diesem Falle sogar Musikvideos. So bekommt man einen wirklich guten Einblick in das Leben der Senioren, das mal schön und heiter ist, mal aber auch tragisch (zwei der Chormitglieder versterben während der Dreharbeiten, eins kurz danach), in jedem Falle aber rührend.

Trotz allem wundert es mich dass dieser Chor so einen unglaublichen Erfolg hat, zig Europatourneen sprechen für sich. Diese Leute sind zwar bewundernswert und sympathisch, aber persönlich würde ich einfach niemals in so ein Konzert gehen. Das macht den Film natürlich nicht schlechter, aber man hat halt diese Frage die ganze Zeit im Hinterkopf. Der Film selbst ist nett, wenn auch nicht überragend. Einer der wenigen Filme die man sich mit seinen Großeltern anschauen kann (ob das nun ein Vorteil ist muss jeder für sich selbst entscheiden … ).

Fazit: Nett, aber ganz ehrlich: Reingehen lohnt nicht wirklich, falls man nicht grad seiner Oma ein Geburtstagsgeschenk machen will.

Star Wars: The Clone Wars

TJa, die kleine Zwischenepisode zwischen Episode II und III habe ich mir also auch angetan. Nach der Vorschau war ich echt nicht allzu begeistert, aber als Star-Wars-Fan möchte man sich dann doch anschauen *wie* sies verwurstet haben …

Und direkt der Anfang zeigte es schon. Kein typisches Star Wars Logo, keine Laufschrift, nichtmal die Originalmusik von John Williams, nur kurze Schnitte die zeigten was gerade passiert. Soviel schonmal dazu, da kommt nichtmal das gute alte Star Wars Feeling auf.

Anakin ist nun also ein ausgebildeter Jedi und bekommt von Yoda einen Padawan zugewiesen – ein Mädchen. Mitten in den Klonkriegen hat er sich um die ziemlich vorlaute kleine Ahsoka Tano zu kümmern. Nachdem der Sohn Jabbas, der offensichtlich süß wirken soll, entführt wird, werden Anakin und Ahsoka auf die Mission geschickt ihn zurück zu bringen. Die Übeltäterin war Asajj Ventress, Dienerin des Count Dooku. Die Entführung soll den Jedi angelastet werden um die von Jabba kontrollierten Hyperraumrouten des Outer Rim für die Sith zugänglich zu machen.

Charaktere wie Story wirken schon sehr konstruiert, die kleine Ahsoka zeigt schon deutlich auf welche Zielgruppe der Film zugeschnitten ist. Auch andere Nebencharaktere, wie zum Beispiel der lila-gelb bemalte, tuntig sprechende Onkel von Jabba, sind einfach nur schlecht. Die Kampfdroiden nerven auch, einer kann sich Zahlen nicht merken, einer verliert das Gleichgewicht, einer schreit “Wiesoooooooooo?” als er von Ventress von einer Plattform geschmissen wird … alles ziemlich lächerlich.

Die vielen Kampfszenen hingegen sind relativ gut gelungen, ebenso positiv anzumerken ist, dass wir in der deutschen Synchronisation immerhin alle Originalsnychronsprecher hören dürfen – die Amis müssen sich da mit Ersatzstimmen für Anakin und Obi-Wan zufrieden geben.

Jedenfalls kommt der Pilotfilm zur Serie sehr bunt und kindisch rüber. Das ganze schaut doch sehr stark nach Geldmacherei aus. Wer sich jedoch noch ein bisschen das Kind im Manne erhalten hat wird an dem Film vielleicht Gefallen finden – ganz schlecht fand ich ihn auch nicht.

Fazit: Ein ganz netter Film für Kinder und Jugendliche, der mit den alten Star Wars-Teilen und dem dazugehörigen Feeling allerdings nicht mehr allzu viel zu tun hat.

The Dark Knight

Schon als “Film des Jahres” angekündigt gewesen, diese Sneak. Also nicht ganz unerwartet der neue Batman-Teil von Christopher Nolan, auch noch in der OF. Nach all dem Hype hatte ich ja nicht allzu viel erwartet … nach dem erfolgreichsten Starttag aller Zeiten, dem erfolgreichsten Startwochenende aller Zeiten, einem neuen Einspielrekord für IMAX-Kinos und einigen anderen Rekorden, nachdem er nach gerade mal 10 Tagen Spielzeit den Paten von Platz 1 der IMDB-Charts verbannt hatte, war ich zwar auf den Film gespannt, aber SO gut konnte er doch nicht sein. Oder?

Mit für einen Superheldenfilm erstaunlich guter Story mag der Film schonmal überzeugen. Dazu nur soviel: Batman und Polizist James Gordon bekämpfen das Verbrechen in Gotham mittlerweile relativ erfolgreich. Doch ein neuer Verbrecher macht die Stadt unsicher: Der Joker, chaotisch, wahnsinnig und brillant, bietet er den Unterweltbossen von Gotham an, für 50% ihres Vermögens Batman auszulöschen. Nach einigen “Verhandlungen” nehmen diese das Angebot auch an. Währenddessen kämpft Staranwalt Harvey Dent gegen das Verbrechen, nicht im dunklen wie Batman, sondern sichtbarer für die Öffentlichkeit, die ihn mittlerweile fast als neuen Held feiert. Ich will hier nun nicht zu weit vorgreifen, auch wenn ich allein aufgrund seiner 154 Minuten Länge sicherlich noch einiges schreiben könnte.

Allein die Schauspieler machen den Film schon gut. Christian Bale ist ein großartiger Batman, ebenso gut spielen seine Helfer, Michael Caine als Alfred und Morgan Freeman als Lucius Fox. Auch Aaron Eckhart als Harvey Dent kann überzeugen, ebenso spielen die anderen Schauspieler einfach solide. Leider werden sie alle komplett in die Schatten gespielt von Heath Ledger als Joker. Ich kann nicht umhin in diesen posthumen Heath-Ledger-Hype einzusteigen, der Mann spielt den Joker einfach so unglaublich gut … ich persönlich habe irgendwie während des Films immer nur auf die nächste Szene mit ihm gewartet und gehofft. Er spielt den Joker nicht, er ist der Joker, der Agent des Chaos, der personifizierte Wahnsinn. Allein wegen ihm lohnt sich dieser Film.

Dazu kommen noch die gute Musik sowie die stimmungsvolle Kameraführung und generelle Atmosphäre, in der Batman als Person recht tiefgründig dargestellt wird.

Als Fazit bleibt mir eigentlich nur eines zu sagen: Schaut euch diesen Film an! Auch wenn es einen ziemlichen Hype um ihn gibt, er wird ihm (fast) gerecht. Großartig!

Finnischer Tango

So, ein wenig verspätet kommt dann auch die Review zur dieswöchigen Sneak. Hatte irgendwie ‘n bisschen um die Ohren mit renovieren bei meinem Vater und so, daher hab ichs gestern vergessen.

Der Film Finnischer Tango spielt in Bremen, er handelt von Alexander, einem ebenso leidenschaftlichen wie auch erfolglosem Musiker. Kein Wunder, spielt er doch Akkordeon, was nun nicht gerade den modernen Geschmack trifft. Am Anfang des Films klaut er mit seinen Kumpels aus der Band den VW-Bus einer verhassten Metalband. Doch es kommt zu einem Unfall als Schlagzeuger Tommy das Steuer loslässt. “Ich hab auf gar nichts mehr Bock” meint er noch, dann überschlägt sich der Bus. Tommy stirbt, Gitarrist Steini und Alexander verkrachen sich und Alexander sitzt erstmal ohne Job oder Besitz auf der Straße. Dafür hat er ein paar stinkwütende Metaller im Nacken.

Auf der Suche nach einem Job erfährt er von einer offenen Stelle in einer Behindertenwerkstatt, die ein Theaterstück aufführen will. Superarsch Alex klaut kurzerhand einem Behinderten den Ausweis, erfindet eine Behinderung und nimmt sich die Stelle in der Behindertenwerkstatt. Er erfindet Lügengeschichte auf Lügengeschichte und bekommt schließlich sogar einen Platz in einer Behinderten-WG. Doch noch nicht genug des Ausnutzens, versucht er noch zu stehlen was das Zeug hält. Doch auch Alexander bleibt nicht ungerührt von den offenherzigen Behinderten. Und dann ist da noch die ebenso nette wie hübsche Betreuerin Lotta …

Der Film ist eigentlich genauso wie er klingt. So klischeehaft und durchschnittlich vom Aufbau wie ein Film nur sein kann, dafür aber durch die ungewöhnlichen Charaktere recht charmant.

Technisch nicht anspruchsvoll aber auch nicht schlecht, ergibt das einen (sehr) seichten Film, den man sich im Fernsehen gerne mal anschauen kann. Geld dafür ausgeben sollte man vielleicht nicht, es sei denn man geht mit der Freundin ins Kino und hat die Wahl zwischen diesem Film und P.S. Ich liebe dich oder ähnlichem …

Nächste Woche: “Der Film des Jahres” … bin mal gespannt.

Der Mongole

Gladiator. Königreich der Himmel. Troja. Alles tolle Historienfilme mit tollen Schauspielern, und trotzdem ist keiner so gut, so atmosphärisch und vor allem so authentisch wie Der Mongole.

Ein Film, der Dschingis Khan mal aus einer anderen Perspektive beleuchtet, ihn mal nicht als den brutalen Massenmörder darstellt. Der Film behandelt einigermaßen chronologisch die Jugendzeit des Dschingis Khan, eigentlich Temudgin (Tadanobu Asano), bis zur Ernennung zum Großkhan aller Mongolen, dem Dschingis Khan.

Die mongolische Steppe im Jahre 1171. Die Mongolen sind ein nomadisches Volk, aufgeteilt in unzählige in einem zerbrechlichen Waffenstillstand lebende Stämme. Temudgin ist 9 Jahre alt. Er führt eine bislang sorglose Kindheit und ist nun auf dem Weg, sich eine Frau zu wählen.

Nachdem sein Vater auf dem Rückweg von einem verfeindeten Stamm vergiftet wurde, ist seine Kindheit geprägt von Flucht und Gefangenschaft, ständig muss er mit seiner Familie fliehen, wird wieder gefangen und aufs tiefste gedemütigt. Auf einer Flucht schließt er Blutbruderschaft mit Dzhamukha, dem Sohn des Khans eines anderen mongolischen Clans. So lebt er mit seiner Mutter und seinen Geschwistern in Armut, und wird aufgrund seiner aristokratischen Herkunft (Sein Urgroßvater war der lgendäre Kabul Khan, der 1130-1150 die mongolischen Stämme schon einmal vorübergehend vereint hatte) dennoch gejagt.

Es ist schon früh deutlich, dass er kein typischer Mongole ist. So greift er die Merkiten an, “nur” weil die seine Frau entführt haben. In Folge dessen kommt es zum Streit zwischen Dzamukha, der inzwischen ein großer Khan ist, und Temudgin, als zwei von Dzhamukhas Männern sich Temudgin anschließen.

Schließlich wird er von seinem Bruder aufgespürt, gefangen und in die Sklaverei des Königreichs Tangut verkauft. Dort fristet er sein Dasein als Gefanger in einer Zelle, bis ihn schließlich nach Jahren der Gefangenschaft seine Frau Borte befreit.

Zurück in der Mongolei macht sich Temudgin recht bald auf die Reise, die Mongolen zu vereinen. Er sammelt Krieger unter sich und es kommt zur entscheidenden Schlacht zwischen Temudgins Armee und der seines ehemaligen Blutsbruders Dzhamukha …

Der Film überzeugt vor allem durch seine Authentizität. Die Schauspieler sind allesamt toll gewählt und zeigen auch ein gutes Spiel. Dazu kommen noch die atemberaubenden Landschaften und die tollen Kostüme. Noch nicht überzeugt? Der Erzählstil erzeugt eine Atmosphäre, die den Film, anders als die bekannten Hollywood-Historienfilme, nicht langweilig werden lässt. Besonders die außergewöhnliche Perspektive auf Dschingis Khan, den ich zumindest vorher noch nie so gesehen habe, ist interessant. Nicht als Massenmörder wird er dargestellt, sondern als großzügiger und toleranter Anführer, der zwar hart in der Schlacht war, aber Familie und Loyalität so sehr respektierte wie wohl noch kein Mongole vor ihm. So war er auch wirklich – er brachte zum Beispiel öfters Kinder aus unterworfenen Stämmen mit nach Hause, die er dann adoptierte. Sie wuchsen gleichberechtigt zu seinen sonstigen Kindern auf. Auch hatte er stets ein offenes Ohr für andere Religionen und Gesellschaftsformen, und integrierte diese in sein Reich. So lernt man die Person kennen, die den Anfang bildete für das bis dato größte Weltreich der Menschheitsgeschichte, das sich auf seinem Höhepunkt, 50 Jahre nach dem Tod Temudgins, über fast 30 Millionen Quadratkilometer erstreckte.

Der Mongole hält sich ziemlich getreu an die historischen Ereignisse, soweit sie bekannt sind. Dzamukha gab es wirklich so wie im Film dargestellt, ebenso stimmen die Namen der anderen Nebenpersonen. Dazu kommt, dass der Film nicht durch lange Schlachtszenen künstlich in die Länge gezogen wird.

Fazit: Ein Historienfilm der Extraklasse, ganz großes Kino. Nicht umsonst war er im Frühjahr für den Oscar als bester ausländischer Film nominiert. Wer nicht gerade Monumentalfilme verabscheut, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen.

Nächste Woche: Tragikkomödie.

Bevor ich mit der Kritik anfange, erstmal eine kleine Anekdote, was sich vor dem Film abgespielt hat. Wir waren alle ein wenig spät dran, kamen so gegen 22:15 am Kino an (Filmstart 22:45). Wir mussten recht lange anstehen, und als wir kurz vor der Kasse waren, waren nur noch 72 Plätze frei. Dann nur noch 12, und als wir dran waren gar keine mehr. Enttäuscht beratschlagten wir, was wir stattdessen tun sollten. Zwei von uns gingen dann nach Hause, wir warteten weiter. Und kurz nach Beginn der Vorstellung, so um 22:50, waren auf einmal wieder 7 Plätze frei. Wir zu einem Schalter gesprintet der gerade zumachen wollte, schnell noch 3 Karten organisiert, und sogar gute Plätze bekommen. So knapp noch rein gekommen, das hatten wir in unserer kompletten Sneak-Zeit noch nicht. Danke an denjenigen, der so spät noch Karten zurückgegeben hat.

Wie dem auch sei, wir uns also voll gefreut weil noch rein gekommen und so, und was kam? Narnia 2. Toll, Disney. „Na ja“, denk ich mir. „Vielleicht ja ganz nett“. Ich hatte zwar den ersten Teil nicht gesehen, aber was soll’s.

Der Film handelt von vier Geschwistern die aus dem London des zweiten Weltkriegs nach Narnia kommen (zum zweiten Mal). Dort merken sie, dass nach einem Jahr in der wirklichen Welt 1300 Jahre in Narnia vergangen sind. Das Land hat sich sehr verändert, ist düsterer geworden. Die bösen Telmarer regieren in Narnia und die Narnianen (Fabelwesen wie Zentauren, Zwerge, Minotauren) sind fast ausgerottet. Prinz Kaspian wird vom fiesen Lord Miraz verfolgt, der den Thron besteigen könnte, falls Kaspian als letzter in der Königsfamilie der Telmarer stirbt. Unsere vier Heldinnen und Helden, die in Narnia nur noch als Könige der Alten Zeit bekannt sind, helfen Kaspian, die Telmarer zu besiegen.

Es ist recht deutlich, dass der Film doch auf eine junge Zielgruppe zielt. Phil beschrieb es als „Der Herr der Ringe auf Disney“, und das passt auch ganz gut. Schließlich waren der Autor C. S. Lewis und J. R. R. Tolkien Freunde und hatten Briefkontakt. Während Tolkien am Herrn der Ringe schrieb, schrieb Lewis Narnia, und das war auch als Kinderbuch konzipiert. Wie genau die Filme sich nun an den Büchern orientieren, weiß ich allerdings nicht.

Große Schauspielerische Leistungen sind also nicht zu erwarten, und auch die sonstige Technik ist nicht das was man als großes Kino beschreiben könnte. Die Kämpfe sind lahm, gelegentlich setzt man ohne Sinn und Verstand Slow-Motion ein, die die Kämpfe noch mal langsamer macht als sie ohnehin schon sind, und dazu kommen noch logische Fehler. Es gibt Feuerwerk aber keine Feuerwaffen, und die Katapulte schießen ununterbrochen ohne dass jemand sie bedienen müsste. Und dazu noch die Portion Schmalz, die der Name Disney wohl mit sich bringt … wenn der etwa sechzehnjährige Held sagt „Ich bin Hochkönig Peter (englisch ausgesprochen) – der Prächtige“, dann treibt einem das schon die Tränen in die Augen – vor Lachen.

Warum man so einen Film in der Sneak zeigt, in der nur über achtzehnjährige sitzen, ist mir unbegreiflich. Entsprechend reagierte auch das Publikum – mit Lachen an den eigentlich dramatischen Stellen, die aber für Erwachsene eben albern erscheinen. Disney ist einfach zu kitschig.

Fazit: Für Kinder sicherlich gut, oder für eingefleischte Narnia-Fans (falls es so was gibt), die wissen wollen, wie die Bücher umgesetzt sind. Für den Rest gilt: Kann man sich schenken!

39,90

Ein französicher Film ist also die erste Sneak zu der ich eine Review schreibe. 39,90, Originaltitel 99 Franc, passt da auch ganz gut. Schließlich ist das ein Film, der großartig in die Sneak passt, schon als ich die Vorschau gesehen habe dachte ich mir: “Das wäre ne coole Sneak”

Hauptperson und Erzähler ist Octave Parango (Jean Dujardin), der mit einem zynischen Blick auf die Gesellschaft über sein Leben berichtet. Er ist Texter bei Ross&Witchcraft, der größten Werbeagentur in Paris, alle (Octave eingeschlossen) bezeichnen ihn als Genie und er schwimmt im Geld. Doch sein Leben ist alles andere als traumhaft, wie man in der ersten Szene schon sieht, in der Parango sich von einem Hochhaus stürzt. Zuerst hat Octave noch Spaß an seinem Leben. “Ich mache die Welt nicht schöner, ich zerstöre sie.” sagt er mit einem Grinsen auf dem Gesicht. Er liebt seine Kokainparties und die Frauen stehen Schlange.

Doch als Octave dann seine große Liebe Sophie kennenlernt, sie später aber aufgrund ihres gemeinsamen ungeborenen Kindes verlässt, dreht sich sein Leben. Er fängt an die Agentur und sein Leben generell zu hassen, und landet auf einem selbstzerstörerischen Trip.

Der Film zeichnet sich durch Close-Ups und schnelle Schnitte aus. Grelle Farben und Verzerrungen geben dem Zuschauer den Eindruck, selbst auf Drogen zu sein. Dazu kommt noch eine Comicsequenz, alles lässt den Film sehr abgedreht erscheinen. Doch im Grunde ist der Blick auf die Gesellschaft, in der man tagtäglich mit Werbung zugehauen wird, sehr real. Am Ende des Films erscheint der Satz “Jedes Jahr werden 500 Milliarden Doller für Werbung ausgegeben. Laut der UNO würden 10% dieser Summe reichen, um den Welthunger um die Hälfte zu reduzieren.” auf dem Bildschirm und zeigt damit die Ernsthaftigkeit des Films.

Jan Kounen verflimte das gleichnamige Buch von Frédéric Beigbeder, welches autobiographische Züge trägt. Beigbeder war selbst Werbetexter bei einer großen Werbeagentur. Die Handlung lehnt sich allerdings nur an die des Buches an, so ist das Buch am Ende noch deutlich böser als der Film (was schon was heißen will). Der Titel bezieht sich auf den Originalpreis des Buches, DM 39,90.

Fazit: Tolle Gesellschaftssatire mit guten Lachern und großartigen Kamera-, Schnitt- und Spezialeffekten. Wer bitterböse Filme mag, muss sich diesen Film ansehen.

Brick

Tja, ich habe lange überlegt womit ich das Blog “einweihen” kann. Als erstes kam mir da Pulp Fiction in den Sinn, aber ne vernünftige Kritik darüber zu schreiben ist arg schwer. Also überlegte ich weiter, und die Lösung war Brick! Immerhin lief der auch mal in der Sneak.

Der Film ist leider relativ unbekannt, was ich persönlich sehr schade finde. Es ist ein Film im Stile des Film Noir, allerdings mit Teenagern als Hauptdarstellern. So entsteht ein Detektivfilm der besonderen Art, der Kritiker wie auch einen Großteil des Publikiums überzeugen kann.

Der Film ist die Debutarbeit von Rian Johnson, der damit auch direkt den “Special Jury Award for Originality” des Sundance Film Festival 2005 gewann.

Hauptperson ist Brendan Frye (Großartig: Joseph Gordon-Levitt), ein Einzelgänger wie er im Buche steht. Sein einziger Freund ist “The Brain” (Matt O’Leary), der so ziemlich wie eine Karikatur eines Strebers erscheint. Brendan wird von seiner Ex Emily (Emilie de Ravin, bekannt aus Lost) angerufen, die offenbar ziemliche Probleme hat, allerdings versteht Brendan genausowenig wie der Zuschauer, was genau sie meint. Von einem “Pin” spricht sie, von einem “Tug” und einem “Brick”. Das alles wird in einer Art Flashback erzählt, denn in der ersten Szene des Films findet Brendan Emily. Tot.

Brendan macht sich daran, herauszufinden was genau zu Emilys Tod geführt hat, und gerät dabei zwischen alle Fronten. Sämtliche Figuren haben irgendwie “Dreck am Stecken”. Der Direktor, ein arroganter Highschool-Footballer, die örtliche Drogenmafia sowieso. Und dann wäre da noch Laura (Nora Zehetner), von der man bis zum Ende nicht wirklich weiß, was sie antreibt und was sie erreichen will.

Die relativ düstere, aber durchaus “coole” Stimmung, der tolle Soundtrack sowie gute Kameraarbeit und nicht zuletzt die Schauspieler, allen voran Joseph Gordon-Levitt, machen den Film aus. Man fiebert mit und wundert sich doch über jede Figur, denn fast jede hat noch eine Überraschung auf Lager. Eine tolle Story und ein großartiges Ende runden das Ganze ab. Rian Johnsons Debut verspricht noch einiges für die Zukunft.

Brick: Für alle, die Film Noir oder Detektivfilme mögen ein absolutes Muss, für alle anderen immernoch ein aufregender Film, bei dem man ein wenig aufpassen muss. Großes Kino!

Hey there!

Hi Leute!

Mehr Blogs braucht die Welt … nicht. Ich will trotzdem bloggen.

Es soll sich im Wesentlichen um Filme drehen. Ich persönlich bin ein großer Filmfan, und hier werde ich mehr oder eher weniger objektiv versuchen eine Kritik zu allen möglichen Filmen zu schreiben. Der Name des Blogs kommt von der Sneak in Münster, in die ich seit bestimmt 2 Jahren regelmäßig gehe. Ich werde also hauptsächlich Filme bewerten, die in besagter Sneak laufen, das sollte immer so Mittwoch oder Donnerstag geschehen. Vielleicht schieb ich ab und zu noch was zu anderen Filmen dazwischen.

Für die die es nicht wissen sollte ich vielleicht nochmal erläutern was die Sneak überhaupt ist. Da hab ich aber grad keine Lust zu, außerdem lesen das hier eh nur Leute die die Sneak auch kennen.

So, der Eintrag dient hauptsächlich dazu, mal die Funktionen von WordPress rauszufinden.

Bis dahin

Hoffi